PROSEMINAR (3-stündig) - PD Dr. Andreas Bedenbender
202 EINFÜHRUNG IN DIE METHODEN ZUR EXEGESE DES NEUEN TESTAMENT

Zeit: 15.15-18.00Uhr
Termin: Donnerstags

1 INHALT
Das Proseminar dient dazu, verschiedene Methoden der Exegese des Neuen Testaments kennen-zulernen und einzuüben. Die Teilnehmenden lernen, selbständig und reflektiert einen neutestament-lichen Text auszulegen. Im Anschluss kann eine Proseminararbeit geschrieben werden. Das Pro-seminar bereitet zudem aufdie Zwischenprüfung im Fach Neues Testament vor.

2 LITERATUR
-Novum Testamentum Graece, (Begr. v. E. u. E. Nestle, Hg. v. B. u. K. Aland u.a.) 28. Auflage, Stuttgart 2012; -M. Ebner/B. Heininger, Exegese des Neuen Testaments. Ein Arbeitsbuch für Lehre und Praxis,4.aktual. Aufl. Paderborn 2018; -W. Egger/P. Wick, Methodenlehre zum Neuen Testament. Biblische Texte selbstständig auslegen,6.völlig neu bearb. u. erw. Aufl., Freiburg 2013; -Weitere Angaben zur Literatur gibt es in der ersten Sitzung.

3 VORAUSSETZUNGEN
Graecum.

4 ANFORDERUNGEN
Eine intensive Vor-und Nachbereitung der einzelnen Sitzungen ist unbedingt erforderlich. Ein benoteter Proseminarschein kann durch die Anfertigung einer Proseminararbeit erworben werden.

5 LEISTUNGSPUNKTE
3 LP, fakultativ Proseminararbeit.

SEMINAR/ÜBUNG (2-stündig)

Zeit: 18.15-20.00 Uhr
Termine: Donnerstags
Verwendbarkeit: AM NT, WB

1 INHALT Eine Erzählung, die zur Weltliteratur gehört und zugleich ein Schlüsseltext des Christentums ist –das Mk-Ev.hat es in sich. In schlichten Worten schildert es in seiner ersten Hälfte, wie Jesus von Nazareth in Galiläa die Nähe des Gottesreiches verkündet und den Menschen auf vielfache Weise vermittelt, was diese Nähe bedeutet. Dann aber kommt die Wende. Sehenden Auges und willentlich schlägt Jesus einen Weg ein, der ihn ans Kreuz bringt und seine Anhängerschaft in Panik auseinanderlaufen lässt. Das alles wirkt rätselhaft, und es vollzieht sich doch zugleich mit einer Notwendigkeit, wie man sie ma n aus griechischen Tragödien kennt.In der Veranstaltung soll es darum gehen, das Mk-Ev auf dem Hintergrund seiner Entstehungszeit zu lesen –d.h. im Zusammenhang mit den Ereignissen des Jüdischen Krieges, der in der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n.Chr. seinen schrecklichen Höhepunkt fand. Das Mk-Ev stellt die Verkündigu ng des Evangeliums gewissermaßen auf den Prüfstand: Ist es möglich, allen Schrecken der Gegenwa rt zum Trotz, die frohe Botschaft von der Auferweckung des Gekreuzigten immer noch behaupten? Zu den Stärken des Mk-Ev gehört es, dassder Text auf diese Frage keine eindeutige Antwort gibt, sondern sie offen lässt. Die Eigenart des Mk-Ev wirdan thematisch geordneten und didaktisch aufbereiteten Passagen (z.B.: Wunder, Gleichnisse, Frauengestalten, Jünger) besprochen. Als Grundlage dient neben dem griechischen Originaltext eine weitgehend konkordante deutsche Übersetzung. In der Veranstaltungsoll ein Wechselspiel aus vorgegebenen Impulsen und freier Diskussion eingeübt werden, dass sich in vielen Bereichen späterer praktischer Arbeit (z.B. Bibelkreise; Religionsunterric ht) erfahrungsgemäß als hilfreich erweist

2 LITERATUR

-Ebner, Martin, Das Markusevangelium. Neu übersetzt und kommentiert, Stuttgart 2008; -Gnilka, Joachim, Das Evangelium nach Markus (EKK II), Bd. 1, Neukirchen-Vluyn u.a., 3., durchges. Aufl. 1989; Bd. 2, Neukirchen-Vluyn u.a. 1979; - Iersel, Bas van, Mark: A Reader-Response Commentary, Sheffield 1998; - Leander, Hans, Discourses of Empire: The Gospel of Mark from a Postcolonial Perspective, Atlanta 2013; - Marcus, Joel, Mark (Anchor Bible Commentary), vol. 1: Mark 1-8, New York u.a. 2000; vol. 2: Mark 8-16, New York u.a. 2009; - Myers, Ched, Binding the Strong Man: A Political Reading of Mark's Story, New York 1988; - Schmidt, Karl Matthias, Wege des Heils. Erzählstrukturen und Rezeptionskontexte des Markusevangeliums, Göttingen 2010; - Yarbro Collins, Adela, Mark (Hermeneia), Augsburg (Minneapolis) 2007-Am wichtigsten sind die Kommentare von Marcus und Yarbro Collins, gefolgt von dem von Gnilka

3 VORAUSSETZUNGEN, ANFORDERUNGEN UND LEISTUNGSPUNKTE

Für diese Veranstaltung kann ein Schein entweder für eine Übungoder für ein Seminar erworben werden. Übung: Voraussetzungen:keine, Anforderungen: Lektüre der Texte zur Vorbereitung, Leistungspunkte: 2. Seminar:Voraussetzung: Neutestamentliches Proseminar, Anforderungen: Bereitschaft zur einer Seminarsitzungsvorbereitung, Leistungspunkte: 4.

Das Proseminar dient dazu, verschiedene Methoden der Exegese des Neuen Testaments kennenzulernen und einzuüben. Die Teilnehmenden lernen, selbständig und reflektiert einen neutestamentlichen Text auszulegen. Im Anschluss kann eine Proseminararbeit geschrieben werden. Das Proseminar bereitet zudem auf die Zwischenprüfung im Fach Neues Testament vor. 


Eine Erzählung, die zur Weltliteratur gehört und zugleich ein Schlüsseltext des Christentums ist – das Mk-Ev hat es in sich. In schlichten Worten schildert es in seiner ersten Hälfte, wie Jesus von Nazareth in Galiläa die Nähe des Gottesreiches verkündet und den Menschen auf vielfache Weise vermittelt, was diese Nähe bedeutet. Dann aber kommt die Wende. Sehenden Auges und willentlich schlägt Jesus einen Weg ein, der ihn ans Kreuz bringt und seine Anhängerschaft in Panik auseinanderlaufen lässt. Das alles wirkt rätselhaft, und es vollzieht sich doch zugleich mit einer Notwendigkeit, wie man sie man aus griechischen Tragödien kennt.

In der Veranstaltung soll es darum gehen, das Mk-Ev auf dem Hintergrund seiner Entstehungszeit zu lesen – d.h. im Zusammenhang mit den Ereignissen des Jüdischen Krieges, der in der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n.Chr. seinen schrecklichen Höhepunkt fand. Das Mk-Ev stellt die Verkündigung des Evangeliums gewissermaßen auf den Prüfstand: Ist es möglich, allen Schrecken der Gegenwart zum Trotz, die frohe Botschaft von der Auferweckung des Gekreuzigten immer noch behaupten? Zu den Stärken des Mk-Ev gehört es, daß der Text auf diese Frage keine eindeutige Antwort gibt, sondern sie offen lässt. 

Die Eigenart des Mk-Ev wird an thematisch geordneten und didaktisch aufbereiteten Passagen (z.B.: Wunder, Gleichnisse, Frauengestalten, Jünger) besprochen. Als Grundlage dient neben dem griechischen Originaltext eine weitgehend konkordante deutsche Übersetzung. In der Veranstaltung soll ein Wechselspiel aus vorgegebenen Impulsen und freier Diskussion eingeübt werden, das sich in vielen Bereichen späterer praktischer Arbeit (z.B. Bibelkreise; Religionsunterricht) erfahrungsgemäß als hilfreich erweist.


Theaitetos wirft in dem nach ihm benannten Dialog von Platon die Frage nach dem wahren Wissen  auf – aktueller geht es kaum: Wie kann es „Alternative Fakten“ geben? Wie können „Fake-News“ oder  steuernde Mitteilungen aus einer wie auch immer gearteten „Lügen-Presse“ in Konkurrenz zu wissenschaftlich reflektiertem Argumentieren treten? Können rhetorische Taschenspieler-Tricks Tatsächlichkeit oder Wahrheit manipulativ „umrüsten“ zu einer „anderen Wahrheit“?  Antike Philosopheme  halten uns einen Spiegel vor, in dem wir, blickend in unsere tiefe Kultur-Vergangenheit, uns und unsere  „moderne“ Informations-Welt reflektierend wahrnehmen können. Natürlich – in erster Linie werden  wir in diesem Kurs sprachliche Basis-Arbeit leisten. Und doch: Wozu diese Arbeit, wenn am Ende nicht  der Erkenntnis-Gewinn lockt? Wir werden unsere Sprach- und Sprech-Fähigkeit trainieren. Das ist gut  für die Graecum-Prüfung. Zugleich ist es auch gut für das Verstehen geistiger Prozesse, die auch das  Christentum seit Anbeginn durchläuft. Daher werden wir auch Passagen aus dem Dialog Timaios lesen.  Von hier gelangen viele Gedanken ins Christentum – geht es doch immerhin um die spannende Frage  nach der Entstehung der Welt. 

Wenn Sie eine Gegenposition zu Platons und zu christlicher Denkweise  kennenlernen möchten, um Ihre Diskursfähigkeit bei Religions-Gegnern zu schärfen, empfehle ich  Ihnen die spannende intellektuelle Provokation von einem erklärten Atheisten und Darwinisten:  Daniel C. Dennett („Von den Bakterien zu Bach – und zurück“; „Den Bann brechen: Religion als  natürliches Phänomen“).  

 Da der Kurs auf das Graecum vorbereitet, wird der Hauptakzent auf der sprachlichen Erschließung der               griechischen Texte und auf der angemessenen Übersetzung ins Deutsche liegen. Hintergrund-Informationen gibt es sozusagen im Vorbeigehen.  

Die Übung soll die Teilnehmenden dabei unterstützen, sich ein umfassendes bibelkundliches Wissen im Neuen Testament zu erarbeiten. Dieses Wissen ermöglicht die Orientierung im NT und bildet damit eine wichtige Grundlage für das weitere Studium. Im Mittelpunkt stehen daher das Erstellen und Lernen eigenständiger Gliederungen der einzelnen Schriften, die Beschäftigung mit ihren wichtigsten Themen und theologischen Charakteristika, ein Überblick über wichtige Einleitungsfragen sowie das Lernen zentraler Verse im Wortlaut.

Da die Veranstaltung voraussichtlich digital stattfinden wird, liegt ein noch größerer Schwerpunkt auf dem Selbstudium: Lernübersichten und Arbeitsblätter werden per Mail oder auf Moodle zur Verfügung gestellt und von den Teilnehmenden von Woche zu Woche selbständig bearbeitet. In regelmäßigen Videokonferenzen zum Termin der Übung auf Zoom wird das Erarbeitete besprochen.


Das Repetitorium begleitet die Vorbereitung auf das Examen im Fach Neues Testament. Es soll zum einen das im Studium erworbene Wissen für das Fach Neues Testament vergegenwärtigen, ergänzen und Hilfestellungen bieten, die Inhalte zu strukturieren und zu bündeln. In den einzelnen Sitzungen werden zentrale Texte aller großen Schriftengruppen über Kurzexegesen erschlossen und die wichtigsten examensrelevanten Fragestellungen bearbeitet. Die Erarbeitung des Stoffes geschieht anhand gängiger Lehrbücher und Standardwerke (siehe empfohlene Literatur), sowie einzelner Aufsätze zu den Themengebieten (wöchentlicher Leseumfang ca. 100-150 Seiten). Es ist den Teilnehmenden selbst überlassen, welche Arbeitsbücher und Einleitungen sie zur Vorbereitung wählen. Neben der Diskussion des erarbeiteten Stoffs werden Examensthemen der letzten Jahre besprochen. Eine regelmäßige Teilnahme wird empfohlen.

Literaturempfehlungen

Ebner, Martin / Schreiber, Stefan, Einleitung in das Neue Testament, 3. überarb. Aufl, Stuttgart 2019.
Bormann, Lukas, Theologie des Neuen Testaments. Grundlinien und wichtigste Ergebnisse der internationalen Forschung, Göttingen 2017.
Bormann, Lukas, Neues Testament. Zentrale Themen, Göttingen 2014.
Kraus, Wolfgang / Rösel, Martin (Hg)., Update Exegese 2.1. Ergebnisse gegenwärtiger Bibelwissenschaft, Leipzig 2015.
Theißen, Gerd / Merz, Annette, Der Historische Jesus. Ein Lehrbuch, 4. Aufl. Göttingen 2011.
Wischmeyer, Oda (Hg.), Paulus : Leben - Umwelt - Werk - Briefe, Tübingen 2006
Crüsemann, Frank u.a. (Hg.), Sozialgeschichtliches Wörterbuch zur Bibel, Gütersloh 2009.


 


Der Anfang war jüdisch... Das zeigen Auslegungen des Briefs an die Gemeinde in Rom, die in den letzten Jahrzehnten im Kontext des christlich-jüdischen Gesprächs entstanden sind. Die Vorlesung behandelt zentrale Themen paulinischer Theologie wie Gerechtigkeit, Sünde, Gericht, Freiheit und Eschatologie aus dieser „neuen“ Perspektive. Die Frage nach dem Verhältnis von Israel und den Völkern, die Verkündigung des Messias Jesus und die Auseinandersetzung mit Vertreter:innen unterschiedlicher jüdischer Strömungen durchzieht alle Kapitel des Briefes. Die Adressat:innen leben in Rom, der Hauptstadt des mächtigen Imperium Romanum, deren Lebenswirklichkeit in der Argumentation des Paulus stets sichtbar wird. Die Vorlesung bietet anhand von christlichen und jüdischen Auslegungen des Briefes eine Einführung in die „New Perspective on Paul“ und bezieht aktuelle sozialgeschichtliche, imperiumskritische und feministische Paulus-Exegesen mit ein.