Wie Vorlesungsverzeichnis

„Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König!“ (Jes 52,7) Mit diesem arbeitsintensiven Pro-/Seminar wird eine persönliche Einführung in die methodisch verantwortete Praxis der Predigt im sonntäglichen Hauptgottesdienst vermittelt und in die Grundlagen der Gottesdienstgestaltung eingeführt. Die Studierenden erarbeiten sich die einzelnen Schritte der Predigt- und Gottesdienstvorbereitung anhand eines biblischen Predigttextes für den jeweils ausgewählten Gottesdienst. Zusätzlich werden wesentliche Texte zur Theorie der Predigt und des Gottesdienstes besprochen. Verpflichtend zum Pro-/Seminar gehört die Teilnahme an der Übung „Gottesdienstpraxis“, bei der jede/r Teilnehmer/in Gottesdienste hält und die der anderen verbindlich mitfeiert und mitreflektiert.

Literatur
Zur Vorbereitung kann gelesen werden: Konstanze Kemnitzer, Von der Kunst, die Sprache des Glaubens als performativen Ereignisraum zu inszenieren. Trends und Tendenzen in der neueren Homiletik, in: Martin Fritz / Regina Fritz (Hg.), Sprachen des Glaubens, (Theologische Akzente Bd.7), Stuttgart 2013, 136-152. Außerdem ist sinnvoll, sich mit dem „Evangelischen Gottesdienstbuch. Agende für die Evangelische Kirche der Union und für die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands“ vertraut zu machen.

„Gleichwie ihr aber in allen Stücken reich seid, im Glauben und im Wort und in der Erkenntnis und in allem Fleiß und in der Liebe, die wir in euch erweckt haben, so schaffet, dass ihr auch in diesem Liebeswerk reich seid!“ (2. Kor 8,7) In der Vorlesung wird Diakonik (Diakoniewissenschaft) als inter-disziplinär verfasste und in der Praktischen Theologie verankerte Wissenschaftsdisziplin vorgestellt. Dabei werden Gründungsgestalten der Diakoniegeschichte vorgestellt und Ursprungsentwürfe der modernen Diakoniewissenschaft sowie ihre Neukonstitution als Hermeneutik der christlichen Kultur des diakonischen Handelns bzw. kybernetisch akzentuierte Handlungswissenschaft erarbeitet. Die Vorlesung erschließt eine Topografie diakonischer Phänomene der christlichen Kulturpraxis und ent-wickelt Potentiale einer integralen Diakonik und diakonischen Theologie.

"SIE HABEN VERGESSEN, DASS SIE GOTT VERGESSEN HABEN" (?) -DAS PHÄNOMEN KONFESSIONSLOSIGKEIT IN PRAKTISCH-THEOLOGISCHER, INSBESONDERE RELIGIONSPÄDAGOGISCHER PERSPEKTIVE

Grobe Schätzungen gehen davon aus, dass sich ca. ein Drittel der Bundesbürger als konfessionslo sbezeichnen. Konfessionlose bestreiten auch häufig, dass ihnen „etwas fehle“. In ihren Lebensent-würfen kommen Kirche, Religion und häufig auch Gott auch nicht vor. Gleichermaßen sprechen viele Konfessionslose von einer ihnen eigenen. Spiritualität. In dieser Übung werden wir uns dieser „dritten Konfession“ aus religionssoziologischer und kirchengeschichtlicher Perspektive nähern, um in einem weiteren Schritt das Phänomen Konfesionslosigkeit sachgerecht beschreiben zu können. In einem weiteren Schrittwerden wir uns zu fragen haben, welche Herausforderungen aus dem Phänomen Konfessionslosigkeit für das praktisch-theologische und religionspädagogische Handeln von Kirche resultieren und welche Antworten bereits gefunden werden konnten. Allerdings werden wir uns hier die Frage nach der Tragfähigkeit dieser Antworten stellen müssen. Die Übung inkludiert –soweit möglich –zwei digitale Gastvorträge auswärtiger Referenten.