»Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis.“ (Epheser 5, 8f) Die praktisch-theologische Disziplin Aszetik erforscht die christlic he Frömmigkeit und Spiritualität, die als Lebenshaltung in vielen Gestaltungsweisen im Lauf der Glaubensgeschichte Ausdruck gefunden hat und heute in der Vielfalt der religiösen und säkularen Lebensformen aus alten und neuen Schätzen weiterlebt. Themenfelder der Aszetik sind theologische Grundfragen des geistlichen Lebens wie Schriftstudium, Gebet, Meditation, geistliche Rituale, christ-liches Alltagshandeln, Berufung, Zeitgestaltung, Martyrium, Krisensymbolhandlungen, Engelfrömmigkeit etc. Die Vorlesung gibt einen Einblick in die Fachgeschichte und Theorieansätze der praktisch-theologischen Aszetik und stellt aktuelle Themen und Diskurse der Spiritualitätsforschung vor. Die Teilnehmenden trainieren durch die Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Aszetik die eigene Sprach-und Reflexionsfähigkeit im Blick auf Fragen der persönlichen, kirchlichen und öffent-lichen Frömmigkeitsformen.

Evangelikale Frömmigkeit ist die weltweit am schnellsten und besonders nachhaltig wachsende Aus-prägung des zeitgenössischen Protestantismus.In konfessionskundlicher Perspektive lassen sich in einem –noch sehr groben –Zugriff zwei hochdivergente Modi evangelikaler Theologie und Frömmig-keit unterscheiden.

  1. Ein biblizistisch-literalistischer Evangelikalismus, der die „einzig wahre“ Lehre in Schule und Unterricht zu implementieren versucht
  2. Ein erwecklich-charismatisch orientierter Evangelikalismus, der die Individuelle Ganz-Heiligung im Kontext der Ich-Werdung und Ich-Entwicklung in spezifischer Weise zu akzentuieren versucht.
Wir werden uns beiden Modi in dieser Lehrveranstaltung zu nähern versuchen. Unterstützt wird unsere Arbeit durch mindestens eine Exkursion (wahrscheinlich zumkreationistischen „Schöpfungs-museum“ in Wuppertal) und ggf. durch einen Gastvortrag (per Videokonferenz) eines namhaften Experten angefragt) zum Thema.Aus organisatorischen Gründen findet die LV vor Semesterbeginn und an drei kurz aufeinander-folgenden Blocktagen statt, sodass genügend Zeit zur Reflexion und Diskussion des Erlebten, Erfahrenen und Gehörten bleibt.

„... und lehret sie halten alles, was ich euch geboten habe.“ (Mt 18,18). Pädagogische Fragen zählen zu den Grunddimensionen der Praktischen Theologie. Im Pro-/Hauptseminar werden zentrale religionspädagogische Theoriebildungen in Geschichte und Gegenwart durchdacht und daraus resultierende Wege und Methoden religionsdidaktischer Theoriebildung erarbeitet. Hierzu werden aktuelle religionspädagogische Herausforderungen, grundlegende Forschungsfragen und grund-legende religionspädagogische Arbeitsweisen erschlossen. Das Proseminar vermittelt Basiskompetenzen für die Reflexion der pädagogischen Dimension christlichen Glaubens, insbesonderemit Blick auf die sachgerechte Beurteilung der Gestaltung von Religionsunterricht. Die Teilnehmenden erstellen Unterrichtsentwürfe, stellen diese auch im Seminar vor und reflektieren ihre eigene Haltung in religionspädagogischen Lehr-und Lernprozessen.

Das im Theologiestudium vorgesehene Gemeindepraktikum wird im Rahmen des Basismodul PT vor-bereitet, begleitet und ausgewertet. Das Praktikum muss vor der Zwischenprüfung absolviert werden. Themen der Vor-und Nachbereitung sind u.a. Wahrnehmung der eigenen Gemeinde-und Amts-vorstellungen, Methoden der Beobachtung sowie Einführung in Milieu-und Professionstheorien.

Im Integrationsseminar wird das Theoriewissen des Faches Praktische Theologiemit Blick auf seine Strukturierung und Anwendung für die Klausur und die mündliche Prüfung im Fach Praktische Theolo-gie bei der Theologischen Aufnahmeprüfung (Erstes Theologisches Examen/Magister) erschlossen. Die Anleitung zur dazu erforderlichen persönlichen Durcharbeitung des Stoffes erfolgt anhand von Seminarmaterialien und gängigen Lehr-und Arbeitsbüchern des Faches. Neben der kritischen Diskussion des von den Teilnehmenden erarbeiteten Stoffes werden Klausurthemen aus früheren Examensjahrgängen besprochenund das mündliche Prüfungsgespräch im Rollenspiel erprobt.